Mundsoor ist ein häufiges Baby-Problem, das du meist an einer weißen Zunge oder weißen Flecken im Mund deines Babys erkennst. Das klingt vielleicht beunruhigend, ist aber in den meisten Fällen harmlos und gut behandelbar. In diesem Beitrag erfährst du mehr über Ursachen, Symptome und Behandlung von Mundsoor sowie praktische Tipps im Umgang damit.
Was ist Mundsoor?
Mundsoor ist eine Infektion der Mundschleimhaut, verursacht durch den Hefepilz Candida albicans. Es kommt häufiger vor, als du vielleicht denkst: fast 5 % der Babys unter sechs Wochen sind betroffen. Erkennbar ist Mundsoor an weißen Flecken im Mund - auf der Zunge, an der Innenseite der Wangen oder am Gaumen. Das kann von ein paar weißen Punkten bis zu einer komplett weißen Zunge reichen. In den meisten Fällen ist Mundsoor harmlos und verschwindet von selbst wieder.
Achtung: Eine weiße Zunge kann auch von Milchresten kommen. Der Unterschied lässt sich leicht prüfen - Mundsoor lässt sich nicht abwischen, Milchbeläge dagegen schon.
Wie steckt sich ein Baby an?
Mundsoor ist ansteckend und wird von der Mutter (oder einer anderen engen Bezugsperson) auf das Baby übertragen, zum Beispiel über die Brustwarze, einen Schnuller oder die Finger. Der Pilz wird oft unbemerkt getragen. In manchen Situationen seid du oder dein Baby anfälliger, zum Beispiel bei:
- Wunden Brustwarzen
- Viel Stress
- Antibiotikaeinnahme oder geschwächter Abwehr
- Zuckerreicher Ernährung
Bei gestillten Babys hängt Mundsoor häufig mit wunden Brustwarzen zusammen, die wiederum oft durch ein falsches Anlegen entstehen. Hast du Schwierigkeiten beim Anlegen oder möchtest du wunden Brustwarzen vorbeugen? Eine Stillberaterin kann dich dabei unterstützen.
Mundsoor bei der Mutter
Ein Baby mit Mundsoor kann seine Mutter anstecken. Bei ihr zeigt sich das an den Brustwarzen während des Stillens: Sie fühlen sich schmerzhaft und brennend an, können sich schuppen und wirken oft dunkelrosa und glänzend - ähnlich wie die Zunge deines Babys.
Symptome von Mundsoor
Eine weiße Zunge muss dein Baby nicht unbedingt stören. Schwieriger wird es, wenn Juckreiz oder Schmerzen dazukommen. Achte dann auf folgende Anzeichen:
- Häufiges Weinen
- Trinkverweigerung
- Ein schmatzendes Geräusch beim Trinken
- Schnelles Loslassen von Brustwarze oder Schnuller
- Windelausschlag (manchmal)
Was kannst du selbst tun?
Mundsoor verschwindet meist von selbst, doch zusätzliche Hygiene hilft dabei:
- Reinige deine Brustwarzen vor und nach dem Stillen gründlich mit lauwarmem Wasser und eventuell einer milden, parfümfreien Seife. Tupfe sie danach mit einem sauberen Tuch trocken und wechsle die Stilleinlagen nach jedem Stillen.
- Wasche dir nach jedem Toilettengang, jedem Windelwechsel und vor jedem Stillen die Hände.
- Trage luftige, atmungsaktive Kleidung - enge Kleidung kann die Hygiene erschweren.
- Wasche Textilien, die mit deinem Baby und Milch in Berührung kommen (Spucktücher, Handtücher, Still-BHs), bei mindestens 60 Grad.
- Koche Flaschen, Sauger und Milchpumpen-Teile täglich aus.
Mundsoor vorbeugen
Um das Risiko für Mundsoor zu verringern:
- Wasche dir regelmäßig die Hände, besonders nach dem Windelwechsel, einem Toilettengang oder vor dem Stillen.
- Achte auf gute Hygiene bei Schnullern und Flaschen: Koche sie täglich aus.
- Beuge wunden Brustwarzen mit der richtigen Anlegetechnik vor - eine Stillberaterin kann dich dabei unterstützen.
- Wähle atmungsaktive Kleidung; enge oder synthetische Stoffe können die Brustwarzen reizen.
Wann Medikamente nötig sind
Mundsoor ist gut behandelbar und meist harmlos, auch wenn es bis zu drei Monate dauern kann, bis dein Kind vollständig soorfrei ist. Dauert es dir zu lange, oder scheint dein Baby deutlich darunter zu leiden (viel Weinen, Trinkverweigerung)? Wende dich dann an den Kinderarzt. Dieser kann ein Medikament verschreiben, das du mit einer Pipette oder einem Löffel verabreichst; der Pilz verschwindet oft innerhalb einer Woche. Stillst du, kann der Arzt zusätzlich eine Miconazol-Creme für die Brustwarzen verschreiben.
Über diesen Beitrag
Dieser Beitrag ist Teil einer Reihe über häufige Baby-Beschwerden. Die Informationen wurden sorgfältig zusammengestellt, um junge Eltern zu unterstützen. Jedes Kind ist anders: Wende dich bei starken oder anhaltenden Beschwerden immer an deinen Kinderarzt oder die Vorsorgestelle, die die Situation deines Kindes am besten einschätzen kann.
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