Wusstest du, dass fast 90 % aller Babys gelegentlich unter Reflux leiden? Nicht alle gleich stark, aber fast jedes Baby gibt hin und wieder etwas Nahrung zurück. Trotzdem besteht ein deutlicher Unterschied zwischen ein bisschen Spucken und echtem Reflux. Dieser Beitrag erklärt, was Reflux ist, wie du ihn erkennst und was du dagegen tun kannst.
Was ist Reflux bei einem Baby?
Kurz gesagt: Reflux ist das Zurückfließen von Mageninhalt in die Speiseröhre. Bei Babys kommt das häufig vor: Fast 90 % der Kinder unter einem Jahr sind mehr oder weniger davon betroffen. Grund dafür ist der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen, der bei Babys noch nicht vollständig entwickelt ist. In fast allen Fällen verschwindet Reflux nach dem ersten Lebensjahr, oft schon früher, sobald der Schließmuskel vollständig ausgereift ist. Reflux ist für ein Baby unangenehm und kann auf lange Sicht sogar schmerzhaft werden.
Verschiedene Arten von Reflux
Nicht jede Form von Reflux ist gleich. Man unterscheidet zwischen gewöhnlichem, unkompliziertem Reflux und verstecktem Reflux. Bei der ersten Form spuckt dein Kind regelmäßig etwas Milch - mal wenig, mal etwas mehr. Diese Form ist grundsätzlich harmlos und hängt mit dem noch unreifen Schließmuskel zusammen. Solange dein Kind selbst nicht darunter leidet (etwa durch viel Weinen oder schlechtes Trinken), musst du nichts unternehmen.
Komplizierter und unangenehmer ist versteckter Reflux: Auch hier steigt Mageninhalt auf, doch dein Kind spuckt ihn nicht aus, sondern schluckt ihn wieder herunter - manchmal wird der Mageninhalt sogar wiedergekaut. Durch das Aufsteigen des säurehaltigen Mageninhalts kann die Speiseröhre gereizt werden, was auf Dauer schmerzhaft werden und zu mehr Weinen und schlechterem Trinken führen kann. Anhaltender, komplizierter Reflux kann sogar Schluckbeschwerden verursachen oder dazu führen, dass ein Baby Blut erbricht. Da diese Kinder oft schlechter essen und trinken, können sie abnehmen oder eine Wachstumsverzögerung entwickeln.
Eine dritte, schwerste Form ist der atypische Reflux, bei dem Mageninhalt in die Atemwege gelangt. Das kann zu Atemproblemen, Bronchitis, Asthma, Atemaussetzern oder Halsentzündungen führen.
Ursachen von Reflux
In fast allen Fällen ist ein noch unreifer Schließmuskel die Ursache. Seltener spielen chronische Verstopfung, eine verengte Speiseröhre oder eine Lebensmittelallergie eine Rolle. Ein Arzt kann feststellen, was bei deinem Baby die Ursache ist.
Symptome von Reflux
Neben häufigem Spucken erkennst du Reflux möglicherweise an:
- Häufigem Weinen und Quengeligkeit
- Schlechtem Trinken oder Verweigern von Mahlzeiten
- Schlechtem Schlaf
- Häufigem Schluckauf
- Häufigem Würgen
- Dem Wunsch, kurz nach der Flasche schon wieder zu trinken
- Einem säuerlich riechenden Mündchen
Zeigt dein Baby mehrere dieser Symptome, verbunden mit regelmäßigem (starkem) Spucken? Wende dich dann an deinen Kinderarzt, der feststellen kann, ob es sich um Reflux handelt und ob eine weitere Behandlung nötig ist.
Wie verringerst du das Risiko für Reflux?
Fast jedes Baby spuckt hin und wieder, aber das kann durchaus lästig sein - besonders bei größeren Mengen oder wenn dein Kind sichtlich darunter leidet. Das kann helfen:
- Biete kleinere Milchmengen über den Tag verteilt an, und halte dein Baby nach dem Füttern mindestens eine halbe Stunde aufrecht.
- Dicke die Nahrung etwas an - dickere Nahrung fließt weniger leicht zurück. Johannisbrotkernmehl ist dafür ein gängiges, natürliches Andickungsmittel ohne Nährwert, das du abgepumpter Milch oder Flaschennahrung zusetzen kannst.
- Trage dein Baby nah bei dir, zum Beispiel in einem Tragetuch: Das gibt Sicherheit, hält dein Kind aufrecht und verringert so das Zurückfließen von Nahrung.
Versuch, dir vor Augen zu halten, dass fast jedes Baby hin und wieder Milch zurückgibt - mal mehr, mal weniger - und dass Reflux fast immer vorübergehend ist. Die meisten Beschwerden sind vor dem ersten Geburtstag vorbei. Bist du unsicher, ob dein Baby (versteckten) Reflux hat, und machst du dir Sorgen? Ein Arzt kann meist schnell eine Diagnose stellen und dir und deinem Baby weiterhelfen.
Über Kabrita
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